Kolumne

Gewolltes und ungewolltes Licht in der Dunkelkammer


Thomas Wollstein
September 2001


Für Eilige:
Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die folgenden Fragen für Ihre speziellen Gegebenheiten zu beantworten, ohne blind auf Gerüchte vertrauen und unnötigen Aufwand treiben zu müssen:

    • Lohnt es sich, die Projektionsfläche des Vergrößerungsrahmens schwarz zu lackieren oder dunkles Papier unter das Fotopapier zu legen?
    • Wie sicher ist meine Dukalampe?
    • Wo lohnt sich zusätzlicher Streulichtschutz?
    • Wo sollte man die Quellen von Problemen suchen?

Einen Raum so richtig dunkel zu bekommen, ist gar nicht so einfach, besonders, wenn man darin noch atmen möchte. Vielfach ist die Duka vielleicht auch nur die Sekundärnutzung, und eigentlich ist der fragliche Raum ein Badezimmer mit Fenstern, Lüftungsschlitzen in der Tür, die wegen einer Gastherme nicht verschlossen werden dürfen, usw. Aber selbst wenn Sie die Dunkelkammer wirklich dunkel haben, gibt es darin noch eine Menge - gewolltes und ungewolltes - Licht. Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen unnötige Angst nehmen und einige der Mythen umstoßen, die immer wieder in Diskussionsforen auftauchen und dort für Wirbel sorgen. Dabei kann man doch fast alles testen!

Soll ich meinen Vergrößerungsrahmen schwarz pinseln?
Mitunter bekommt man die Empfehlung, die oft sogar mit religiös anmutendem Eifer verfochten wird, man möge die Auflagefläche seines Vergrößerungsrahmens mattschwarz lackieren, damit nicht das durch das Fotopapier durchtretende Licht von der weißen Projektionsfläche reflektiert wird und zu Schleierbildung führt. Nachteil dabei ist, dass Sie zur Projektion des Bildes ein weißes Blatt in den Rahmen legen müssen, da man auf Schwarz kein projiziertes Bild erkennt. Etwas kleinlaut gestehe ich, dass ich auch schon gedacht habe, man müsse diese potenzielle Schleierquelle eliminieren. Allerdings habe ich nicht meinen Vergrößerungsrahmen verunstaltet, sondern beim Vergrößern ein sehr dünnes schwarzes Papier untergelegt. Nichtsdestotrotz, irgendwann war ich dessen überdrüssig und besann mich auf meine Ausbildung als Physiker, und als solcher wollte ich wissen, warum ich mir die Mühe machen sollte. Also: Testen!

Eine einführende Überlegung: Die unerwünschte Belichtung durch Reflexion am Vergrößerungsrahmen müsste dort am stärksten sein, wo am meisten Licht auf das Fotopapier fällt, also dort, wo im Bild die Schatten liegen. Andererseits sind diese im Bild stark geschwärzten Stellen gerade am wenigsten gefährdet, da sie ohnedies viel Licht abbekommen und der minimale Beitrag durch das Streulicht praktisch unbedeutend - weil unsichtbar - ist.

Zum Verständnis: Streulicht dieser Art passiert erst die Emulsion, dann den Träger, wird dann am Vergrößerungsrahmen reflektiert, passiert wieder den Träger und trifft erst dann wieder die Emulsion. Jeder dieser Schritte führt zu einer Schwächung des Lichts, wobei die Reflexion am Vergrößerungsrahmen wohl die geringste Schwächung verursacht. Die größte dürfte die Reflexion am Träger selbst sein, der schließlich i. d. R. darauf ausgelegt ist, möglichst weiß zu wirken. Als ersten Test habe ich daher einen Graukeil im Kontakt belichtet und die obere Hälfte zwischen Graukeil und Fotopapier mit einem unbelichteten und fixierten Blatt PE-Fotopapier abgedeckt. (Das unbelichtete und fixierte Blatt müsste nach meiner Einschätzung im schlimmsten Fall weniger absorbieren als ein frisches, da ich durch die Fixage ja unbelichtetes Silberhalogenid entfernt habe. D. h., dass mein Test im Sinne einer Worst-Case-Analyse auf der sicheren Seite liegt. Barytpapier würde wegen des dickeren Trägers ebenfalls stärker absorbieren.) Das Ergebnis sehen Sie als Bild.

10-graukeil

Man sieht in der oberen Hälfte des Bildes den Graukeil noch einmal, aber unscharf und schwächer. Wenn man nun ein beliebiges Feld des oberen Keils ausschneidet und im unteren Keil ein Feld sucht, das dieselbe Dichte hat, kann man erkennen, dass der Durchgang durch das Fotopapier eine Schwächung des Lichts bewirkt , die fünf Feldern des Graukeils entspricht (Feld 1 oben entspricht Feld 6 unten usw.). Da der Graukeil von Feld zu Feld um 0,15 D zulegt, ist die äquivalente Dichte des Blatts also etwa

      5 x 0,15 D = 0,75 D.

ANMERKUNG: Wer einen Scanner und Bildbearbeitungssoftware sein Eigen nennt, kann sich damit die Schnippelei mit der Schere ersparen und das Graufeld virtuell ausschneiden und vergleichen. Man kann das Ganze natürlich auch ganz genau mit einem Auflichtdensitometer betreiben, aber erstens wollte ich einen Test, für den man keine besonderen Geräte braucht und zweitens macht auch ein hypergenaues Messgerät einen qualitativen Test nicht genauer.

Allerdings ist das erst die halbe Wahrheit. Um die Schicht schwärzen zu können, muss das Licht noch einmal durch den Träger. Setzen wir im Sinne einer ungünstigen Schätzung an, dass 90 % des Lichts reflektiert werden (die 10 % Verlust können wir erst einmal vernachlässigen) und dass der Papierträger für die drei Viertel der optischen Dichte beim einmaligen Durchgang verantwortlich ist (rund 25 % würden also durch die unbelichtete Emulsion verursacht; ich würde aber annehmen, dass diese viel weniger absorbiert), so kommen wir zu dem Schluss, dass der Lichtverlust beim Durchgang durch das Papier, der Reflexion an der Auflage und erneutem Durchgang durch das Papier, bis das Licht wieder auf die Schicht auftrifft, ungefähr

      0,75 D + 0,56 D ≈ 1,3 D

betragen sollte. Das entspricht einem Kontrastumfang (ISO R) von rund 130, den z. B. bei Ilford MG IV RC deluxe Gradation 1 bewältigen würde. D. h. also: Wenn das auf das Papier von oben auffallende Licht stark genug wäre, das Papier bis zur Maximaldichte zu schwärzen, würde das durch das Fotopapier durchgetretene, an der Auflage reflektierte und noch einmal durch den Träger durchgetretene Licht (ich nenne es ab jetzt "Licht von unten") bei Gradation 1 gerade eben am unteren Ende des Kontrastumfangs liegen. Bei den Gradationen 0 (ISO R 160) und 00 (ISO R 180) läge das unerwünschte Licht von unten dann allerdings schon im Bereich kopierfähiger Dichten.

Man muss allerdings bedenken, dass in einem Feld, das durch Licht von oben maximal geschwärzt wird, Licht von unten ankommt, das dasselbe Feld noch einmal minimal schwärzen könnte!

Der Durchgang durch das Fotopapier schwächt aber das Licht nicht nur, sondern er streut es auch, macht also die Grenzen zwischen den Feldern des Graukeils unscharf. Auch das sieht man im Bild ganz deutlich. Wo also eine helle Fläche direkt an eine dunkle angrenzt, könnte es sein, dass das gestreute Licht aus dem stark geschwärzten Bereich in den wenig geschwärzten Bereich übertritt und den Übergang von Hell nach Dunkel verwäscht.

Bei einem weiteren Test habe ich daher den Graukeil bei Gradation 0 (00 steht mir nicht zur Verfügung) im Kontakt belichtet, dieses Mal aber das Fotopapier halb auf weißen Grund gelegt und halb auf schwarzen. Wenn ein Effekt da wäre, müsste er sich durch einen Übergang mitten in den Feldern zeigen. Auch kann man an dem Ende, wo das (im Positiv) weiße Feld des Graukeils liegt, prüfen, ob der Übergang Schwarz nach Weiß sauber bleibt.

Ein empfindlicherer Test wäre die Vergrößerung eines Auflösungs-Testnegativs (aber so etwas hat halt nicht jeder) einmal mit schwarzer Unterlage und einmal ohne. Streulicht von unten sollte sich durch eine verringerte Auflösung zu erkennen geben, weil die Schwarz-Weiß-Übergänge verwaschen würden.

Einen Effekt habe ich bei meinem Primitivtest nicht gesehen. Meine Schlussfolgerung hieraus ist, dass sich das Lackieren der Projektionsfläche des Vergrößerungsrahmens oder das Unterlegen eines schwarzen Blatts beim Vergrößern nicht lohnt!

knaller

Aber Vorsicht: Es gibt Ausnahmen!
Wenn Sie nämlich auf Filmmaterialien oder andere Materialien mit durchsichtigen, durchscheinenden oder besonders dünnen Trägern vergrößern (z. B. so genannte Dokumentenpapiere), müssen Sie beachten, dass bei diesen viel mehr Licht vom Träger durchgelassen wird. Hier muss man ein schwarzes Blatt unterlegen.

Licht in der sonst dunklen Kammer
Einerseits würde Licht Fotopapier schwärzen oder zumindest verschleiern, andererseits kann man im ganz Dunklen nur schlecht arbeiten. Die Farbenblindheit der Materialien zeigt den Weg aus diesem Dilemma: Wir brauchen Licht, dass unser Auge wahrnimmt, für das das Papier aber blind ist.

Praktisch alle SW-Papiere sind orthochromatisch sensibilisiert, d. h. praktisch völlig rotblind. Ausnahmen sind lediglich die panchromatisch sensibilisierten Materialien wie z. B. Forte Equitone, Kodak Panalure oder Oriental Panchro, auf die man Farbnegative tonwertrichtig vergrößern können soll. Diese Materialien sind in völliger Dunkelheit zu verarbeiten. Wer also ein Rotfilter vor seiner Dukaleuchte hat, ist für praktisch alle konventionellen Materialien gerüstet.

Hier ein Basteltipp: Ich habe mir aus einem Rest eines Kodak Wratten Gelatinefilters Nr. 29 (tiefrot) und einer kleinen Taschenlampe eine Duka-Taschenlampe gebastelt. Funktioniert prima und kostete nicht halb soviel wie eine käufliche Duka-Minileuchte.

Neben Rotfiltern gibt es eine Reihe von anderen Filtern, die jeweils ein eingeschränktes Anwendungsgebiet haben. Da gibt es z. B. für Ilford Multigrade das bernsteinfarbene Filter 902, für Kodak wieder andere Filter mit anderen Bezeichnungen usw. Im Zweifel sollte man den Beipackzettel eines neuen Fotopapiers zu Rate ziehen und seine Dukalampe nach dem Empfehlungen des Papierherstellers filtern oder eben pauschal rot filtern.

Testen Sie Ihre Dukalampe!
Auch bei der Dukalampe gilt: Probieren geht über Studieren. Der nach meinem Empfinden beste Test der Dukabeleuchtung ist in Tim Rudmans Buch "The Master Photographer's Lith Printing Course" [1] beschrieben (denn Lith-Materialien sind wegen der teils recht langen Entwicklungszeiten - bis zu 20 min - dem Dukalicht mitunter sehr lange ausgesetzt) und ist wie folgt durchzuführen:

  1. Die Dukaleuchte(n) wird (werden) wie üblich positioniert und eingeschaltet.
     
  2. Benutzen Sie für den Test Ihr empfindlichstes Papier (das mit den kürzesten Belichtungszeiten, falls Sie vom Hersteller keine Angabe der Papierempfindlichkeit haben).
     
  3. Finden Sie mit Hilfe eines Probestreifens heraus, wie lange Sie das Papier bei leerer Bildbühne belichten müssen, um einen hellgrauen Schleier zu erzeugen. Der genaue Ton spielt keine Rolle, solange er nur hellgrau ist. Es ist wichtig, vorbelichtetes Papier für den Test zu verwenden!
     
  4. Belichten Sie mit der so ermittelten Zeit ein Blatt Fotopapier und legen Sie es mit der Schichtseite nach oben auf Ihren Nassarbeitsplatz (bzw. an andere Stellen, die Sie testen möchten, weil dort Fotopapier für längere Zeit oder nahe an der Dukalampe offen herumliegt).
     
  5. Legen Sie in Längsrichtung ein Lineal oder etwas Ähnliches auf das Blatt, um einen Streifen zu verdecken.
     
  6. Starten Sie Ihre Stoppuhr.
     
  7. Nach jeweils 1, 2, 4, 8, 16, 32 usw. Minuten decken Sie - ganz wie bei einem Probestreifen - jeweils einen weiteren Streifen des Blatts ab. (Für die üblichen Dukaarbeiten reicht es vermutlich, bis 16 bzw. 32 Minuten zu testen.)
     
  8. Entwickeln Sie nun bei abgeschalteter Dukalampe das Blatt voll aus, stoppen, fixieren, wässern und trocknen Sie es normal. Werten Sie immer einen trockenen Streifen aus, denn auf einem nassen ist ein feiner Tonwertunterschied möglicherweise nicht zu sehen!
     
  9. Suchen Sie unter gutem Licht den ersten Probestreifenabschnitt, bei dem sich ein Tonwertunterschied zeigt. Der Streifen davor gibt die längste sichere Zeit an.

Bei zu kurzen sicheren Zeiten gibt es mehrere mögliche Lösungen (die Liste ist allerdings nicht erschöpfend):

  • Dukalampen weiter weg platzieren, indirekt einsetzen oder teilweise maskieren.
  • Filter auf Risse und Ausbleichen prüfen.
  • Dukalampengehäuse auf Lecks untersuchen.
  • Auf von Außen eindringendes Licht prüfen.

Nach demselben Muster können Sie natürlich auch Ihre gesamte Duka auf Lichtdichte testen oder prüfen, ob das vom Vergrößerer oder von anderen Quellen ausgehende Licht Ihrem Papier gefährlich werden kann. Legen Sie einfach an die Stellen, die Sie testen wollen, einen entsprechend präparierten Teststreifen. Mit dem recht einfachen Test vermeiden Sie es später, sich verrückt zu machen, indem Sie gar nach dem Einlegen der Negative die Bildbühne Ihres Vergrößerers mit Klebeband abdichten wollen. (Kein Scherz, wurde alles schon einmal vorgeschlagen!) Wenn Sie dann die Lüftungsschlitze des Lampengehäuses abkleben (da kommt ja auch Licht heraus), können Sie sicher sein, dass die Lampe bald den Hitzetod stirbt.

Streichen Sie Ihre Duka (ja nicht) schwarz!
Auch so ein Dogma, das immer wieder auftaucht. Wenn Sie eine Dukalampe mit dem richtigen Filter verwenden und sie nicht zu nah über dem Papier aufhängen, kann das Licht dieser Lampe dem Papier innerhalb der als sicher getesteten Zeit nichts anhaben. Eine weiße Wand reflektiert nur das Licht, das auf sie fällt, und das ist bei der Dukalampe schon so gefiltert, dass es für das Papier so gut wie unsichtbar ist. Sie können also getrost weiß streichen, damit die Dukalampe eine möglichst große Reichweite bekommt und Sie nicht an mehreren Stellen Lampen für einzelne Bereiche aufhängen müssen. (Dabei kämen Sie vermutlich eher in die Situation, dass eine der Lampen zu nah am Papier hängt.)

Schwarze Oberflächen oder Paravents sind allenfalls dort angebracht, wo Quellen weißen Lichts stehen, die betrieben werden, während in der Nähe Fotopapier offen herumliegt. Das kann z. B. die Umgebung des Vergrößerers betreffen oder dann gelten, wenn in einer beengten Duka die Entwicklerschale nahe beim Vergrößerer steht. Bevor Sie aber zum Pinsel greifen, sollten Sie auch hier

  1. überlegen, ob die Lichtquelle überhaupt betrieben wird, solange lichtempfindliches Material herumliegt (im Fall des Vergrößerers also, ob Sie z. B. das nächste Bild scharfstellen oder gar belichten, während das letzte noch im Entwickler liegt) und
     
  2. wenn Sie (1) bejahen, testen.

Ich wage auch zu bezweifeln, dass es sich lohnt, die verchromte Säule eines Vergrößerers schwarz zu lackieren, weil sie ja das helle Projektionsbild reflektiert. Zwar zeigt sich bei eingeschaltetem Projektionslicht ein heller Reflex auf der Säule, aber das Licht wird dort divergent reflektiert, wird also nicht auf der Projektionsfläche gebündelt. Das aber heißt, dass dort - wenn überhaupt - nur eine sehr geringe Lichtintensität ankommt. Zudem haben m. W. die meisten - wenn nicht alle - Geräte mit verchromter Säule eine schräge Säule. Da Licht an der spiegelnden Säule nach dem Gesetz "Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel" reflektiert wird, können Sie leicht feststellen, dass das dort reflektierte Licht gar nicht auf die Projektionsfläche gelangen kann. Das Licht, das aus dem Vergrößerungsobjektiv austritt, trifft normalerweise die Säule gar nicht, kann also auch von dieser nicht reflektiert werden.

Weitere Streulichtquellen
Ich habe auch schon mehrfach die Empfehlung gelesen, man möge zum Abwedeln und Nachbelichten nur ja keine hellen, sondern schwarze Pappmasken verwenden, und wenn man mit den Händen abwedelt, sei es tunlichst angeraten, schwarze Handschuhe zu tragen. Während es im Prinzip möglich ist, dass das auf die Projektionsebene fallende Licht von dort auf Pappmaske oder Hand und von dieser wieder diffus auf die Projektionsfläche reflektiert wird, halte ich auch diese Maßnahme für überzogen und unpraktisch, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Das Licht, welches von der Projektionsfläche reflektiert wird und die Maske/Hand von unten trifft, ist diffus und schon recht schwach. Typischerweise verwendet man als Maske billige graue Pappe oder eben die Hände, was bedeutet, dass von diesem Licht wiederum nur maximal 20 % diffus reflektiert werden. (Ich reite so auf der diffusen Reflexion herum, weil sie dazu führt, dass das Licht sich vom Reflexionspunkt näherungsweise ungerichtet in alle Richtungen ausbreitet, was aber wieder heißt, dass seine Intensität mit dem Abstand vom Reflexionsort sehr schnell abklingt.)
     
  2. Das Abwedeln mit einer schwarzen Maske hat den Nachteil, dass Sie die Projektion des Bildes auf die Maske nicht gut sehen können, was die richtige Positionierung der Maske schwierig machen kann.

Ich habe bewusst nur von dem Licht gesprochen, das zunächst auf die Projektionsfläche und dann auf die Maske fällt, nicht aber von dem, welches von oben auf die Maske fällt und direkt an deren Rändern reflektiert wird. Dieses ist zwar, da es beim Auftreffen gerichtet und noch recht intensiv ist, scheinbar viel gravierender, aber man muss sich vor Augen halten, dass die nach unten, zur Projektionsfläche hin reflektierende Fläche recht klein ist (es ist ja schließlich nur der Innenrand des ausgeschnittenen Lochs), bei der Hand zwar erheblich größer als bei der Pappe, aber insgesamt doch recht gering und dass diese Fläche zudem nur etwa 20 % und die ebenfalls diffus reflektiert.

Summa Summarum ...
Wenn Sie ein Schleierproblem haben und den Eindruck haben, es sei auf Streulicht zurückzuführen (es gibt nämlich auch chemische Verschleierungen), würde ich folgende Rangordnung aufstellen, nach der Sie das Problem relativ schnell lokalisieren können sollten:

Quelle

Prüfung

Abhilfe

Lichtlecks

nach Dunkeladaption des Auges bei abgeschalteter Dukaleuchte (warten Sie etwa 15 min ab) visuell prüfen

abdichten; wie Sie das machen, hängt von den Gegebenheiten ab

Dukaleuchte

Test wie oben beschrieben

je nach Ursache: (1) Schäden an Lampe und Filter ausschließen oder beheben (2) richtiges, d. h. vom Hersteller empfohlenes Filter verwenden. Abstand vergrößern (3) von direkter auf indirekte Beleuchtung ausweichen (4) Zeit, während der das Papier dem Licht ausgesetzt ist, minimieren

Vergrößerer

visuell prüfen oder analog zur Prüfung der Dukaleuchte

Trennwand zwischen Nass- und Trockenbereich, Vergrößerer ausschalten, während Bilder im Entwickler schwimmen, größere Lichtlecks abdichten, sofern es sich nicht um Lüftungsöffnungen handelt, im Notfall naheliegende helle Flächen dunkel oder in sicherer Farbe (z. B. rot, orange oder gelb/bernstein) streichen.

Reflexionen an der Projektionsfläche des Vergrößerungsrahmens

siehe Text

beim Belichten schwarzes Papier unterlegen

Wenn Sie ein Problem haben und dieser Rangordnung folgen, sollten Sie in mindestens 9 von 10 Fällen die Quelle lokalisieren und das Problem beheben können.

Literaturhinweise
[1] Rudman, Tim, The Master Photographer's Lith Printing Course, Amphoto Books, New York 1999, ISBN 0-8174-4539-0