perfektes Negativ

8 Begriffserläuterungen
8.1 Mikrokontrast
8.2 Partialkontrast


TERRY SCHAEVEN
Stand 04/2008


8   Begriffserläuterungen

8.1 Mikrokontrast

Der Mikrokontrast stellt den Kontrast in feinen und feinsten Strukturen dar, im Gegensatz zum Gesamtkontrast, der nur den Unterschied zwischen hellen und dunklen Bereichen darstellt. Also zum Beispiel feinste Strukturen in Steinen, in Holz, in Gräsern etc. Der Mikrokontrast kann diese sehr feinen Strukturen verstärken, ohne aber den Gesamtkontrast des Fotos zu verändern. Fotos wirken so detailreicher und schärfer.

Der Grad des erreichbaren Mikrokontrastes hängt sehr stark vom optischen System ab, aber auch von der verwendeten Film-/Entwicklerkombination. Wenn man von einem hohen Mikrokontrast spricht, dann meint man einfach das Kontrastverhalten für hohe Frequenzen. Leica-Objektive sind z.B. darauf optimiert und man nimmt einen etwas schlechteren Kontrast für größere Strukturen in Kauf.

Was beim Film diesbezüglich auch eine große Rolle spielt ist die Verwendung von Filtern, wie z.B. Rotfilter die den Mikrokontrast, aber auch den Partial- und Gesamtkontrast verstärken. Einen hohen Mikrokontrast kann man nur erreichen, wenn man einen Film mit hoher Auflösung hat und Objektive, die diese Auflösung auch darstellen können.

Mit einem Entwickler wie z.B. A49 kann man kaum einen hohen Mikrokontrast erreichen, da der Mikrokontrast des Films beim Entwickeln „verwaschen“ wird. Man kann für ein optisches System, z.B. ein Objektiv, oder auch eine Kombination aus Objektiv und Film eine MTF messen (Modulationsübertragung oder Kontrastübertragung- engl. Modulation transfer). Das ist eine Antwortfunktion des Systems für verschiedene Frequenzen im Ortsraum. Man normiert die Funktion für gewöhnlich auf 100% für niedrige Frequenzen, d.h. Kontraste großer Strukturen werden als Vergleichspunkt genommen. Jetzt stellt man fest, daß für höhere Frequenzen, d.h. immer kleiner werdende Strukturen, der Antwortwert in der Regel sinkt, d.h. der eigentliche Motivkontrast wird weniger kontrastreich abgebildet. Ab einem Wert von etwa 50% wird das sichtbar. Wenn man nun von einem hohen Mikrokontrast spricht, dann meint man einfach das Kontrastverhalten für hohe Frequenzen.  

Weiterführenden Erläuterungen (Zeiss Camera Lens News Nr. 30 und 31):

 

8.2 Partialkontrast

Der Partialkontrast stellt das Kontrastverhalten eines Filmes auf einer kleinen Strecke der Gradationskuve dar. Kurven, die in dem mittleren Bereich nach oben aufgewölbt sind weisen deshalb einen hohen Partialkontrast in diesem Bereich aus. Praktisch ist die Kurve in diesem Bereich steiler als der einer gerade verlaufenden Kurve. APX25 und PanF weisen bei den meisten Entwicklern eine stark nach oben aufgewölbte Kurve auf und haben deshalb einen hohen Partialkontrast. In der Praxis weisen ja z.B. die meisten in Rodinal entwickelten Filme im mittleren Bereich meist einen Durchhänger auf, dort ist also der Partialkontrast geringer als normal.